Kleist-Förderpreisträger 2014: Michel Decar wird für „Jenny Jannowitz“ ausgezeichnet

19. Kleist-Förderpreisstück für junge Dramatiker wird am 12. Juni bei den Ruhrfestspielen
Recklinghausen uraufgeführt und im Rahmen der Kleist-Festtage präsentiert


Der gebürtige Augsburger Michel Decar erhält den Kleist-Förderpreis 2014. Die Jury wählte das Stück „Jenny Jannowitz“ aus 155 Einsendungen aus. Am heutigen Donnerstag stellte Decar sich und sein Stück im Kleist Forum in Frankfurt (Oder) vor. Die Inszenierung übernimmt in diesem Jahr das Staatstheater Braunschweig. Regie führt Catja Baumann. Die Uraufführung erfolgt zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen am 12. Juni 2014. Auch in diesem Jahr wird das preisgekrönte Stück im Anschluss an die Preisverleihung im Rahmen der Kleist-Festtage im Kleist Forum in Frankfurt (Oder) zu sehen sein. Das jährliche Festival zu Ehren des in Frankfurt (Oder) geborenen Dichters Heinrich von Kleist findet vom 16. bis 19. Oktober 2014 statt. Hauptperson des Stücks ist Karlo Kollmar, der nach einem monatelangen Schlaf erwacht. Als er an seinen hektischen Arbeitsplatz zurückkehrt, sind einige Dinge in seinem Leben merkwürdig durcheinandergeraten. Der Chef möchte viel lieber sein Kumpel sein, seine Mutter nur noch mit Vornamen angeredet werden, sein bester Freund entwickelt sich zum Widersacher, und seine Freundin heißt Sybille ... oder Sabine oder vielleicht auch Sabynne. Gut, dass Carlo Collmar – die Namensänderung mit den „C“s klingt gleich viel globaler und schicker – auf seinen Chef gehört hat und flexibel genug ist, sich auf alles Neue einzustellen. So kann er auch immer weiter nach Osten versetzt werden – bis er in Hannover landet. Eigentlich stehen dem jungen Collmar alle Möglichkeiten offen, und trotzdem hat er das deutliche Gefühl, keine Wahl zu haben und ständig etwas zu verpassen. Doch bevor er an der Suche nach einem feststehenden Koordinatensystem völlig verzweifelt, begegnet ihm Jenny Jannowitz, die eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat. Michel Decar hat ein schwindelerregendes Stück über den alltäglichen Wahnsinn der modernen Welt geschrieben, über die komischen Seiten unserer unendlichen Verlorenheit.

Die Jury begründet ihre Entscheidung für das Stück folgendermaßen: „Themen des modernen Alltags, wie Be- und Entschleunigung, Traum und Wirklichkeit finden in ‚Jenny Jannowitz‘ auf leichte und humorvolle Weise zu einer schlüssigen Form. Voller Spiellust spiegelt Michel Decar aus der Perspektive einer aus der Zeit gefallenen Figur den alltäglichen Arbeits- und Lebensrhythmus wider."

Michel Decar wurde 1987 in Augsburg geboren. Er studierte Germanistik und Geschichte an der LMU München und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2012 gewann sein Stück Jonas Jagow den Förderpreis für neue Dramatik des Berliner Stückemarktes und wurde am Maxim-Gorki-Theater Berlin uraufgeführt. Das Stück Waldemarwolf wurde in spanischer Übersetzung in Bogotá (Kolumbien) inszeniert. Zusammen mit Jakob Nolte verfasste er das Stück Das Tierreich, welches mit dem Brüder-Grimm-Preis 2013 ausgezeichnet wurde, so wie das Stück Helmut Kohl läuft durch Bonn, das an der Schaubühne Berlin, dem Burgtheater Wien und dem Theater Bonn zu sehen war.


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